Weser-Kurier berichtet: Volkmar Stickan im Rahmen der Berner Bücherwochen in der Grundschule Ganspe

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"Man kann Sprache ins Instrument legen"

Von Hannelore Johannesdotter

GANSPE. Musik hat eine Sprache. Welche, das führte Volkmar
Stickan, Cellist im Staatsorchester Oldenburg, den Schülerinnen und
Schülern der Grundschule Ganspe jetzt anschaulich vor. "Wenn ich
traurig bin, dann kann das Cello so sprechen, wenn ich gut gelaunt bin,
klingt das auf dem Cello so."

Im Rahmen der Berner Bücherwochen war Volkmar Stickan nach Ganspe
gekommen. Die Vorstellung der Instrumente des Orchesters werde vom
Staatsorchester regelmäßig angeboten, berichtete er. Neu sei für ihn,
dass er diesmal allein auf dem Podium agiere. Mitgebracht hatte Stickan
sein Cello, ein Dreiviertel-Cello, wie es Kinder spielen, eine Geige
und eine Bratsche. Als Größenvergleich zum Kontrabass hatte er einen
Basssteg dabei.

Zusammen mit den Schülern entwickelte er die Teile seines Instruments:
Decke, Boden, Hals, Zargen, Schnecke, Griffbrett, Stachel und Bogen.
Dass der Bogen mit Haaren von Pferdeschwänzen bespannt ist, fanden
einige Mädchen besonders interessant. Nicht vorstellen konnten die
Kinder es sich, dass die Saiten, heute aus Metall, einst aus Tierdärmen
hergestellt wurden. "Die hielten auch nicht lange", wusste der Cellist.

Spannend wurde es, als er aus einer Saite und einem Stück Holz vor den
Augen der Kinder ein kleines Streichinstrument baute, das mit seinem
Bogen angestrichen, sogar einen ordentlichen Ton hervor brachte.

Volkmar Stickan gab musikalische Kostproben für das Klangspektrum des
Cellos. Er zupfte die Saiten, strich sie mit dem Bogen und schlug sie
mit dessen Holzseite. Er ahmte Vogelstimmen und Walgesang nach, er
spielte den Elefanten und den Schwan aus dem "Karneval der Tiere" von
Saint-Saens. Auch Ärger, Freude, Traurigkeit und Kälte setzte er auf
seinem Instrument um. "Man kann eine Menge Sprache in das Instrument
legen."

Viele Fragen prasselten auf den Cellisten ein. Wie alt ist dein Cello?
Wie bist du ans Spielen gekommen? Wie lange musst du üben? Volkmar
Stickan berichtete, dass er täglich sechs Stunden mit dem Orchester
probe, dass sein Cello etwa 70 Jahre alt sei, und er durch seine
Familie an die Musik gekommen sei. Die sechs Geschwister spielten alle
ein Instrument, erzählte er. Er habe mal drei Jahre Geige gelernt, sei
dann aber zum Cello gewechselt. Seit 1980 spiele er im Oldenburger
Staatsorchester.

Zum Abschluss der Musikstunde im Forum der Gansper Grundschule
begleitete er die 130 Schüler bei einigen Kinderliedern. Die dankten
ihm mit kräftigem Applaus für seine Darbietung, und durften sich als
Zugabe noch "Mein Hut, der hat drei Ecken" wünschen.

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Von Hannelore Johannesdotter



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