Ausstellung mit Bildern von Valerian Lopatto (u.a. enthalten in dem Buch 'Doch seht wir leben'

Im Bildungszentrum Schloß Wengräben der Konrad Adenuaer-Stiftung lief bis zum 1. Juli eine Ausstellung mit Bildern von Valerian Lopaato, die auch in unserem Buch 'Doch seht wir leben' (Hg. von Heide Rieck) enthalten sind.
Ausstellung

"Eine Spur von mir ..."

Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus


   
Ort
Bildungszentrum Schloss Wendgräben
   

„In Trauer und Ehrfurcht neige ich mich vor den Toten und vor den
Frauen und Männern, deren Jugend im Schlagschatten des Hakenkreuzes
zerbrach. Viel zerbrach. Ihre Würde und ihre innere Freiheit aber
wussten sie zu schützen. In hohem Alter streckten sie ihre Hand zur
Versöhnung aus und reichten mir Ihre Texte und Zeichnungen.“

Heide Rieck, in: „Doch seht wir leben“ (2005)

Die Ausstellung „Eine Spur von mir …“ erinnert an das Schicksal von
Millionen Zwangsarbeitern, die während der nationalsozialistischen
Diktatur aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten verschleppt
worden sind, um unter unwürdigsten Bedingungen ihre Arbeitskraft
auszubeuten.

Nur wenig war bis noch vor wenigen Jahren über die Zwangsarbeit im
Dritten Reich bekannt, doch gibt es immer mehr Städte und auch
Unternehmen, die ihre Geschichte im Zweiten Weltkrieg wissenschaftlich
untersuchen. Sie sind dabei neben archivarischen Quellen vor allem auf
Berichte und Nachlässe von Zeitzeugen angewiesen. Diese Zeitzeugen sind
oftmals Betroffene, die aus der damaligen Sowjetunion oder aus den
besetzten osteuropäischen Staaten ins Deutsche Reich verbracht worden
sind, um dort die Arbeitskraft der zur Wehrmacht eingezogenen Männer zu
ersetzen.

Die Zwangsarbeiter verlebten Jahre in ständiger Angst, Lebensgefahr,
Brutalität, Hunger, Krankheit sowie im tristen Lageralltag. Aus dem
inneren Widerstand, der sich vor allem in künstlerischer Form
manifestierte, schöpften sie ihren Lebensmut und ihre Hoffnung auf
Befreiung.

Einer dieser Künstler ist Valerian Lopatto (geb. 1926 in Sewastopol),
der 1942 als 15jänriger ins Ruhrgebiet verschleppt wurde, dort in einer
Schwefelfabrik sowie in einem Röhrenwerk arbeiten musste. In seiner
Heimat war er später als Künstler tätig, doch erst im hohen Alter
zeichnete er seine Erinnerungen an die Zwangsarbeit. Die zwischen 2001
und 2007 entstandenen Bilder werden im Bildungszentrum Schloss
Wendgräben ausgestellt; enthalten sind des weiteren Tagebuchauszüge von
Anatolij Pilipenko (geb. 1919) sowie Erinnerungen von Dagmar Nabert,
der Tochter einer russischen Zwangsarbeiterin. Lopatto verstarb Anfang
April 2008 in der Ukraine.

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